*blub*

Früh am Morgen treffen wir uns wieder auf der Tauchbasis.
Zum Wetter gibt es widersprüchliche Aussagen. Der Kapitän vom Boot sagt, dass es "ok" ist, wenn wir zur Zenobia fahren, obwohl draußen die Flagge steif im Wind hängt. Allerdings kommt der Wind momentan noch von Festland, was die Wellen in der Larnaca Bay nicht ganz so hoch auftürmen wird, wie gestern. Mit einem flauen Gefühl im Magen entscheide ich mich mit Alfons für die Zenobia.
Doch als wir die Ausrüstung endlich im Anhänger des Landrovers verstaut haben und zum Boot fahren wollen, hat der Wind gedreht. Die Flagge hängt immer noch steif im Wind. Alles dreht sich zum Schlechten. Ich habe zwar unter relativ katastrophalen Monsun-Bedingungen in Thailand das Tauchen erlernt, doch 5 Meter haben die Wellen dort bei Weitem nie erreicht. Ungern lasse ich von der Zenobia ab, doch es bringt nichts.
Kurzfristig entscheiden wir uns um und versuchen mit dem Landrover eine gute windgeschützte Bucht zum Shorediving (Tauchgang vom Land aus) zu finden. Alfons' Freundin ist ebenfalls dabei, um ihn mit ausreichend Essen zu versorgen. Sonst verhungert der Arme unter Wasser noch...

An einer kleinen Bucht - nicht weit südlich vom abgesperrten Varosha - finden wir endlich einen einigermaßen windgeschützten Tauchplatz. Was jetzt folgt, ist die reinste Tortur: Das Schlüpfen in die noch halbnassen Neoprenanzüge. Der kalte Wind fühlt sich an, als wenn es 0 Grad wären. Wie es da ist, sich bis auf die Badehose auszuziehen und in einen feuchten Neoprenanzug zu schlüpfen, kann sich wohl jeder selbst ausmalen. War das doch in Thailand schön... Dort hatten wir 31C Wassertemperatur.


Zwei echte Naturburschen (k...kkk..kka..kalt!)

Hier sind es zwar "nur" 21C Wassertemperatur von der Sommerwärme gespeichert, allerdings kommen mir die bei der Eiseskälte der Luft fast vor wie die 31C in Thailand. Ich habe noch nie Shorediving gemacht und war auch noch nie von oben bis unten so dick in Neopren eingepackt, was diesen Tauchgang für mich um so interessanter macht. Langsam watscheln wir ins Wasser und beginnen den Tauchgang: In die leer gefischte, kahle Welt des östlichen Mittelmeers...
*blub!*








Gutes vom Grund des Mittelmeers

Trotz der recht kahlen Unterwasserlandschaft bin ich begeistert. Es ist etwas total anderes als in Thailand. Nach einer Weile blicke auf meine Uhr, um die restliche Tauchzeit abschätzen zu können. Mein Höhenmesser lässt mich mit warnendem Blinken wissen, dass wir schon sagenhafte -744 Meter Tiefgang erreicht haben! Es dauert Tage, bis er sich von diesem Schock wieder erholt hat. Zum Radfahren ist er wohl doch etwas besser geeignet...
Als die Luft dem Ende zugeht, weiß ich schon, dass ich gleich unbedingt einen zweiten Tauchgang machen möchte. Doch kaum kommen wir wieder an die frische Luft, beginnt eine doppelt so schlimme Tortur als vorhin. Wie pelle ich mich bei gefühlten 0C aus einem klatschnassen Taucheranzug, ohne dabei zu denken, dass ich im nächsten Moment erfriere? Bibber, schnatter... Ich habe es mir ziemlich schnell anders überlegt.
Dieser Tauchgang war der letzte für heute!

Nachdem wir wieder zurück in der Tauchbasis sind, stürzen wir uns erst einmal auf den leckeren, frisch zubereiteten Fisch. (warum habe ich nach Tauchgängen eigentlich immer einen solchen Heißhunger auf Fisch?). Es sind noch einige andere Instructors in der Basis, da sie den lieben langen Tag sowieso kaum etwas zu tun haben. Momentan ist absolut keine Saison und ich bin der einzige verrückte Tourist, der bei diesem Wetter einen Tauchgang machen wollte. Dadurch ergibt es sich, dass ich den Fisch auch kostenlos bekomme. Es ist ja sowieso niemand da, der ihn mir streitig machen könnte...
Schade, dass aus dem Tauchgang zur Zenobia nichts geworden ist, doch die nette Atmosphäre bei den Viking Divers entschädigt für einiges.

Ich hasse Touristenmeilen. Hier gibt es absolut nichts zu tun! Weder gibt es um das nördliche Larnaca herum irgendwelche landschaftlichen, noch irgendwelche kulturellen Highlights. So verbringe ich den Rest des Tages damit, griechisches und türkisches Fernsehen zu sehen und zwischenzeitlich im Internet-Café zu surfen.

Tag 13:
Tauchen bei Agia Napa


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