Vorbereitungen

Vorbereitungen
Alles beginnt mit einem verregneten Abend auf der Autobahn.
"Ein komischer Beginn für eine Fahrradreise", denke ich mir, während die Wischblätter verzfweifelt versuchen überhaupt noch ein wenig Sicht auf die dunstüberhangene Fahrspur zu ermöglichen.
Novemberwetter. Kalt - diesig - windig.
Was mache ich auch hier? Warum fahre ich von Paderborn nach Hamburg? Liegt Zypern - mein eigentliches Reiseziel nicht im Süden? Sonne, Sand und Meer bei 25C? Doch meine ursprünglichen Reiseplanungen wurden von einer "netten" Dame der Eurowings am Paderborner Flughafen zerschlagen:
"B-b-bitte?! Ein Fahrrad?! Da hamwa kein Platz für! Das Flugzeug ist zu klein!". Hiermit waren meine sämtlichen Planungen zerschlagen.
Frankfurt als Alternative schied aus. Die Anreise mit der Bahn wäre am frühen Morgen vor dem Abflug nicht zu bewältigen gewesen - schon gar nicht mit dem Fahrrad. Parkplätze kosten in Frankfurt 150 EUR für zwei Wochen. Währenddessen bezahlt man für den Verbindungsflug von Hamburg (da sind die Flugzeuge groß genug für ein Fahrrad...) nur 20 EUR Aufpreis für Hin- und Rückflug.
In Hamburg wartet das "Hotel Mama" und ein kostenloser Parkplatz. Beste Bedingungen für den Start einer Reise also. Da lassen sich die 20 EUR Aufpreis und die 320km Anfahrt mit dem Auto noch verkraften.

Warum eigentlich Zypern? Nun, die Gründe dafür sind dieses Mal ziemlich einfach: Ich hatte zufällig ein bisschen Geld in der Hand, 10 Urlaubstage waren noch über, und eine Freundin in der Deutschen Botschaft in Nikosia hat mich eingeladen. Eigentlich habe ich mich nie sonderlich für Zypern interessiert. Zypern? Ist das nicht ein Teil Griechenlands? "Ganz und gar nicht!" müsste man eigentlich sagen. Anders gesehen allerdings doch. Komplizierte Verhältnisse... - Die letzte geteilte Hauptstadt der Welt, und ein bis heute noch von der UN geächtetes Nordzypern, in welches die uneingeschränkte Einreise vom Süden aus erst seit einem halben Jahr zulässig ist. Das verspricht interessant zu werden...

Am folgenden Tag arbeite ich fast den ganzen Tag in der Werkstatt meines Vaters, um mein vollkommen vernachlässigtes und in seine Einzelteile zerlegtes Rad fahrtauglich zu machen. Den Rest der Zeit kurve ich auf der Suche nach Ersatzteilen und zum Vorabend-Check-In mit dem Auto durch Hamburg.
Mein letztes Projekt ist endlich vorbei und so begann der Start der Reise - obwohl Wochen vorher gebucht - dieses Mal ziemlich überstürzt. Es war einfach keine Zeit, um sich um Urlaub zu kümmern. Selten war ich des Autofahrens so überdrüssig. Beste Voraussetzungen also für eine Fahrradreise.

1-2 Tage vor Reisebeginn:
Paderborn - Hamburg


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