Tipps und Informationen
über Zypern (Nord und Süd)


Zypern verändert sich momentan dermaßen rasant, dass viele Tipps und Informationen an dieser Stelle schnell ihre Gültigkeit verlieren werden. Von daher versuche ich mich hier auf Dinge zu konzentrieren, welche auch - hoffentlich - in ein paar Jahren noch gültig sein werden.

Reiseführer

Einen guten und aktuellen (!) Reiseführer über Nord- und Südzypern zu finden, gestaltet sich als gar nicht so einfach. Die einzigen 2004 verfügbaren Reiseführer zu Süd- UND Nordzypern waren der Zypern-Reiseführer vom Michael Müller-Verlag und die neueste Ausgabe des Lonely Planet.

Michael Müller-Verlag:
Unglaublich informativ und auch viele Informationen zum Norden. Die Informationen zu Grenzübergängen sind natürlich nicht mehr aktuell (Ausgabe 2002). Die genannten Übernachtungsmöglichkeiten sind bei weitem nicht so zahlreich wie die im Lonely Planet. Trotzdem war ich mit dem Reiseführer rundum zufrieden. Momentan ist dies scheinbar der einzige vernünftige deutsche Reiseführer über Zypern.

Lonely Planet:
Wie üblich voll mit Informationen à la Lonely Planet. Bei der Anzahl der genannten "Accomodations" kaum zu schlagen.

Cyclos - Zypern per Rad:
Radreiseführer für Südzypern. Bei weitem nicht mehr auf dem neuesten Stand (Auflage 1997). Um einen allgemeinen Eindruck von bestimmten Strecken in Südzypern zu bekommen und sich ein paar Highlights herauszusuchen, welche anhand von Landkarten und anderen Reiseführern kaum erkennbar wären, ist er sehr sinnvoll.
Nordzypern wurde bis dato nicht berücksichtigt.


Kartenmaterial

Sofern man den Norden und den Süden bereisen möchte, kommt man kaum um mindestens 2 verschiedene Landkarten herum. Am Ende meiner Reise hatte ich etwa 10 verschiedene (!) Karten in meinen Radtaschen. Von der deutschen Touristenkarte bis zur englischen Militärkarte...

Die Freizeitkarte: Eine in der Auflösung 1:200.000 durchaus für Radfahrer zu gebrauchende Karte. Im Norden sind die Streckenführungen nicht mehr ganz aktuell und im Süden wird auch gerne mal eine Asphaltstraße mit einer Schotterpiste verwechselt. Allerdings ist dies die scheinbar einzige Karte, welche beide Inselteile gleichermaßen berücksichtigt - dummerweise durchweg mit griechischen Ortsnamen! Für den Norden braucht man noch eine weitere Karte mit den türkischen Ortsnamen, um sich an Verkehrsschildern orientieren zu können.

Polyglott on tour: Ich bin mir nicht ganz sicher, woher diese Karte stammt (wahrscheinlich hat sie mal in einem von diesen schrecklichen kleinen Polyglott-"Reiseführern" beigelegen). Sie ist nicht mehr ganz aktuell und endet im Osten vor Famagusta (die Karpaz-Halbinsel ist also nicht mehr enthalten). Sämtliche Ortsnamen sind in Griechisch. Allerdings hat sie einen unschätzbaren Vorteil: Keine der anderen Karten ist so gut für Radfahrer geeignet, wie diese.

Türkische Tourismuskarten: Bekommt man z.B. bei der Touristeninformation in Lefkoşa (sofern diese nicht geschlossen hat). Manche dieser Karten sind gar nicht mal so schlecht. Zum Auslesen der türkischen Ortsnamen sind sie auf jeden Fall geeignet.

Stadtpläne:
Von Larnaca kann man noch vor der Abfahrt beim Flughafen neben dem Gepäckband eine kostenlose Stadtkarte erhalten. Bei Karten von Nikosia sollte man darauf achten, dass die Karten der jeweiligen Seite den anderen Stadtteil nur als weiße Fläche (!) kennzeichnen. Auf den griechischen Karten steht auf der weißen Fläche im Norden meistens "Inaccessible due to the Turkish Occupation", was natürlich nicht mehr ganz aktuell ist.
Von beiden Teilen Nikosias gibt es noch eine gute - etwas veraltete - englische Militärkarte. Da ich sie geschenkt bekommen habe, weiß ich leider nicht, ob man die auch irgendwo kaufen kann.


Straßenzustand/Verkehr

Um jeglichen Gerüchten vorzubeugen: Der Verkehr auf Zypern ist relativ gesittet und wenig "südländisch". Sowohl im Norden, als auch im Süden. Die LKW-Fahrer sind etwas unangenehm, aber das ist bekanntermaßen nicht nur in Zypern so...
An eines muss man sich allerdings gewöhnen: Auf ganz Zypern herrscht Linksverkehr!. Ein paar Eigenarten:

Süden:
Bei dem relativ starken Verkehr (vergleichbar mit Spanien) gibt es natürlich auch viele Ampeln. Hier herrscht das englische Ampelsystem. Soll heißen: Bei einer roten Ampel fährt man meistens ein paar Meter an der roten Ampel bis zur Straßeneinmündung vorbei, da sich auf der anderen Seite der Kreuzung sowieso wieder eine Ampel befindet, welche den Status anzeigt.

Norden:
Hier gibt es bedeutend weniger Verkehr als im Süden! (von der Autobahn bei Lefkoşa mal abgesehen) Nach und nach werden die alten englischen Kolonialstraßen - welche es im Süden kaum noch gibt - durch breite neue Trassen ersetzt. Solange sich der Verkehr noch in Grenzen hält, ist das für Radfahrer durchaus vorteilhaft. Die abgenutzten, alten Kolonialstraßen sind für den Hintern keine Wohltat, da sie nur noch aus mehr oder weniger großen Schlaglöchern bestehen und dazu auch jede Steigung mitnehmen, welche gerade in der Nähe liegt.


Grenzübergänge

Seit Mai 2004 sind nun endlich auch zeitlich unbegrenzte Grenzübergänge von Süden nach Norden und umgekehrt möglich. Entgegen offizieller Aussagen braucht man nicht einmal einen Reisepass. Ein normaler Personalausweis ist inzwischen vollkommen ausreichend, da die türkischen Zöllner den Einreisestempel sowieso auf ein separates Papier drücken. Auf der griechischen Seite sind immer noch Kontrollen des Gepäcks zu erwarten. Es hat sicher seinen Grund, dass die Diplomaten den griechischen Checkpoint auf einer separaten Route umfahren... Man ruft zwar Misstrauen hervor, allerdings hatte ich auch mit mehreren Grenzübergängen an ein und demselben Tag keine Probleme.
Im Norden (am Ledra Palas) arbeiten die Zöllner in 24h-Schichten von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr morgens. Möchte man einer genaueren Gepäckkontrolle entgehen (was dort allerdings kaum wahrscheinlich ist), taucht man hier am besten einfach um kurz vor 8 morgens auf...
Es gab Ende 2004 drei verschiedene Grenzübergänge. Das wird sich sicher von Zeit zu Zeit ändern.
Wenn man im Reiseführer liest, was vor Mai 2004 noch Restriktionen gegolten haben, weiß man die Freiheit der zeitlich unbegrenzten Übergänge wirklich Recht zu schätzen. Auszug:
Für Touristen einziges Schlupfloch in den Norden ist der Ledra Checkpoint. Der Zyperngriechische Kontrollposten erlaubt die "Ausreise" in die türkische Zone täglich zwischen 8 und 13 Uhr; bis spätestens 17 Uhr (Sommer 18 Uhr) des gleichen Tages muss man wieder zurückkommen. Wiederholte Tagesausflüge werden nur in gut begründeten Ausnahmefällen (z.B. Journalisten oder Archäologen) gestattet. Mietwagen dürfen nicht in den Norden mitgenommen werden.


"Propaganda"

Kaum jemand wird an ihr vorbeikommen. Während man im Süden im Café kleine Flyer in die Hand gedrückt bekommt, deren Texte gegen die türkische Besetzung wettern, prangert hoch über Nikosia das unverkennbare Attatürk-Zitat: "Ich bin stolz, sagen zu können: Ich bin Türke!". Im Norden ist der nationale Stolz mit den Flaggen und Denkmälern (siehe Postkarten) dermaßen stark ausgeartet, dass es schon fast wieder lächerlich wirkt und auch von vielen Bürgern kaum noch ernst genommen wird.
Viele warten auf den Abtritt Denktas's (ob nun natürlich oder nicht) und einer damit erhofften Aufnahme in die Europäische Union.


Sprachen

Viel zu erzählen gibt es hier nicht. Verständlicherweise sind die beiden Hauptsprachen Griechisch und Türkisch.

Süden:
Man spricht Zyperngriechisch; einen griechischen Dialekt, der sich dermaßen vom Festlandgriechisch unterscheidet, dass selbst Griechisch-Kenner so ihre Probleme haben. Durch den Tourismus sprechen die meisten Leute ein ganz gutes Englisch. Verständlich, da Zypern eine englische Kolonie war.

Norden:
Englisch sprechende Leute zu finden, ist hier schon etwas schwieriger; Deutsch sprechende Türken zu finden (wie man es ja allgemein hin kennt) fast unmöglich. Die Zyperntürken haben keine so feste Bindung an Deutschland, wie die Festlandtürken. Schließlich sind die meisten von Ihnen selbst Auswanderer vom Festland, welche nie nach Deutschland ausgewandert sind.
Ein paar Brocken Türkisch sollte man auf jeden Fall lernen, um auch auf dem Land zumindest "Danke" oder "Hallo" sagen zu können.


Telefonieren/Post

Das beste Netz für internationales Roaming scheint nach wie vor immer noch T-D1 zu sein. Ich hatte damit auf ganz Zypern keine Probleme, abgesehen davon, dass das Netz im Zentrum Nikosias immer zwischen türkisch und Zyperngriechisch umhergesprungen ist. Ein paar Kuriositäten:

Süden:
Man kann keine SMS in den Norden schicken bzw. dorthin telefonieren. Auch wenn der Empfänger im Norden seinen Handy-Vertrag z.B. in Deutschland abgeschlossen hat; solange sein Handy ein türkisches Netz anzeigt, werden Nachrichten aus dem Süden nicht zugestellt. Umgekehrt funktioniert es allerdings.

Norden:
Die Briefmarken der Zyperntürkischen Post sind im Ausland offiziell nicht gültig. Die Post Italiens oder Griechenlands zum Beispiel stellt Sendungen mit diesen Briefmarken in ihren Ländern grundsätzlich nicht zu. Die Deutsche Post scheint die Zyperntürkischen Briefmarken bei den meisten Sendungen zu "übersehen".


Geld

Beide Inselteile haben verschiedene Währungen. Das Umtauschen von Cyprus Pound in Türkische Lira stellt im Norden kein Problem dar, während es umgekehrt fast unmöglich sein dürfte:

Süden: Hier gibt es das "Cyprus Pound", welches mehr wert als der Euro ist. Auf den ersten Blick mag es verwirren, dass die Artikel im Supermarkt "so billig" sind. Dann stellt sich allerdings heraus, dass durch den Mehrwert des Pounds in Südzypern die meisten Dinge sogar um einiges teurer als zu Hause sind. Ein Paradies für billiges Shoping ist Zypern sicher nicht.

Norden: Hier gibt es - bzw. gab es - bis Ende 2004 die übliche Türkische Lira, welche auch auf dem Festland galt. Zum Jahreswechsel 2004/2005 wurde die Türkische Lira auf dem Festland und somit auch auf Nordzypern um 6 Nullen "gekürzt" und nennt sich nun international "New Turkish Lira". Endlich entfällt auch das lästige Zählen der vielen Nullen beim Einkaufen...


Tauchen

Tauchen in Zypern ist nicht gerade billig. Und ob sich ein Tauchurlaub hier lohnt, wage ich zu bezweifeln. Das östliche Mittelmeer ist nahezu leergefischt und bietet außer ein paar zarten Pflänzchen eigentlich nur noch das spektakuläre Wrack der Zenobia. Ein in der Nähe von Larnaca versunkener Militärhubschrauber ist inzwischen in seine Einzelteile zerfallen und lohnt keinen Tauchgang mehr.
Angeblich gibt es im Norden noch einige sehr schöne Tauchplätze. Solange man allerdings keine eigene Ausrüstung und eine genügend gute Ausbildung für Tauchgänge in unbekanntem Gebiet mitbringt, ist man auf die sehr wenigen Tauchbasen westlich von Girne angewiesen. Vielleicht wird es dort in Zukunft mehr Tauchbasen geben, aber leider wohl erst mit dem Ansteigen des Tourismus in dem damit einhergehenden Zubetonieren der Küstenlandschaft.
Einen guten Artikel zum Tauchen auf Zypern gibt es bei Taucher.net.


Weitere Informationen...
Wetter: www.wetteronline.de
Einreise: www.auswaertiges-amt.de
Aktuelle Wechselkurse: www.oanda.com
Flugplanung:


www.opodo.de
www.traveloverland.de
www.karstadt-reisen.de
Zurück | Übersicht