Rückflug

Es ist vorbei. Doch der Abschied von Guam fällt leicht, wissen wir doch, dass wir in einem halben Jahr wieder auf diese schöne Insel kommen werden. Wir waren schlau genug, diesen günstigen Flug gleich zwei Mal zu buchen...
Gegen Mitternacht packen wir unsere Räder und machen uns auf den Weg zum Flughafen. Bis zum Flughafen sind es nur wenige Kilometer, doch kaum dort oben angekommen, sind wir schon wieder durchgeschwitzt.

KE 806 ab Guam 03:20h an Seoul-Incheon 06:55h
KE 905 ab Seoul-Incheon 13:15h an Frankfurt (Ortszeit) 17:35h



Gegen drei Uhr nachts sitzen wir im klimatisierten Flugzeug und beginnen schon ein wenig zu frösteln. Draußen regnet es. Mit lautem Dröhnen hebt die Maschine von der nassen Landebahn ab, dreht nach rechts und ermöglicht uns noch einen Blick auf die immer kleiner werdenden Autos und Häuser. Kurz danach sind nur noch die schemenhaften Umrisse der Insel zu sehen, bis auch sie aus dem Blickfeld verschwindet und dem tiefdunklen Blau des Ozeans Platz macht.
Vier Stunden später beginnt die Morgendämmerung. Unter der dicken Wolkenschicht ist schemenhaft Japan mit seinen Reisefeldern und großen Städten auszumachen. Das Flugzeug ist fast leer und wir haben ganze Sitzreihen in Beschlag genommen. Ich habe den Platz am Notausgang mit der meisten Beinfreiheit. Als wir uns im Landeanflug befinden, setzt sich eine der Stewardessen mir gegenüber auf ihren kleinen Ausklappsitz. Ob ich Fotograf sei, fragt sie mich in typisch koreanischer Schüchternheit. Ich verneine. Irgendwie sind mir die Menschen in diesem Land sympathisch geworden. Am liebsten würde ich gleich wieder in Korea aussteigen. Wenn mein Urlaub nicht schon vorbei wäre...


Incheon

Der Tag heute ist extrem lang. In Incheon verbringen wir ganze 6 Stunden damit kostenlos in der KoreanAir Lounge im Internet zu surfen oder zu dösen. Genauer gesagt ist der Tag heute, bedingt durch die Zeitverschiebung, ganze 34 Stunden lang. Wir sind heute Morgen in Guam aufgebrochen und werden noch heute Abend zu Hause ankommen. Gleich morgen muss ich wieder zur Arbeit. Ich will mir gar nicht erst vorstellen, wie groß der Jetlag der kommenden Tage sein wird...


Sibirien

Kaum ist man auf dem Rückflug, die Erinnerungen der zurückliegenden Reise sind noch gar nicht verarbeitet, entstehen schon wieder neue Sehnsüchte. Unter mir ziehen sibirische Weiten vorbei. Unendliche Wälder, riesige Flüsse, unberührte Gebirge und gigantische Flüsse. Unbeteiligt muss ich als passiver Beobachter diese Landschaft an mir vorbeiziehen lassen. Als würde ich vor einem TV-Bildschirm sitzen. Dabei bin ich gar nicht so weit weg. Läppische 10 Kilometer trennen mich von dort unten. Trotzdem würde eine Reise dorthin mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Die sibirischen Weiten verschwinden und machen Europa platz. Die erste Großstadt taucht auf: St. Petersburg mit seinen sterilen Wohnblöcken und verzweigten Kanälen. Über Bornholm fliegen wir nach Deutschland ein. Meine Wohnstadt Paderborn zieht in Sichtweite am Fenster vorbei - trotzdem werde ich erst um 1 Uhr nachts nach einer längeren Bahnreise dort ankommen. Verrückte Welt...


Sonnenuntergänge

In Frankfurt wollen unsere Räder erst nicht auftauchen. "Alles scheiße hier!", flucht der unfreundliche Gepäckgorilla, als wir ihn nach deren Verbleib fragen. Da fühlt man sich doch gleich wieder heimisch...

Kurz danach sitzen wir im Korean Air-Bus nach Düsseldorf. Mein Gefühl sagt mir, dass es mitten in der Nacht ist, dabei geht die Sonne gerade erst hinter dem vorbeiziehenden Limburger Dom unter. Und das nicht weniger schön, als gestern Abend in Guam...


Tag 23:
Flug Guam - Seoul - Frankfurt
Bus/Bahn nach Paderborn


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