"Not Healthy but Tasty!"

Heute ist unser letzter Tag in Guam. Der Taifun hat unseren Zeitplan der letzten Tage leider ziemlich durcheinander geworfen. Das Tauchen wurde so immer wieder verschoben und aus der geplanten Rundfahrt mit den Rädern um die gesamte Insel wurde nichts. Dabei wollten wir doch so gerne noch einmal den schönen, gebirgigen Süden der Insel auskundschaften. Uns bleibt also wohl oder übel nichts anderes übrig, als diesen Teil der Insel erneut mit dem Auto unter die Räder zu nehmen. Mit den Fahrrädern würden wir diese weit über 100km lange Strecke kaum mit angemessen vielen Sightseeing-Stopps bewältigen können.


Ausblick vom Nimitz Hill

Wir mieten uns also wieder den kleinen klapprigen Toyota und hoffen weiterhin, dass uns die immer noch profillosen Reifen uns nicht während der Fahrt platzen. Überhaupt scheint man auf Guam Reifen so lange zu fahren, bis sie ihren Dienst versagen.
Das Wetter heute ist unglaublich. Heiß schmort die Sonne vom Himmel, japanische Touristen lassen sich ungelenk hinter Schnellbooten herziehen, Surfer vollführen auf den hoch anbrausenden Wellen gewagte Sprünge und coole Leder-Fanatiker knattern auf ihren Harley-Davidsons über die Landstraßen. Das trist-schwüle Wetter der vergangenen Tage ist vergessen und alles geht wieder seinen gewohnten Gang.


Apra Harbour

Aus unserem geplanten Abstecher zum Apra Harbour wird leider nichts. Wieder einmal gilt: Sperrzone. Zu erdrückend ist die militärische Präsenz auf dieser Insel. Alles, was nur annähernd als strategisch wichtig zu betrachten ist, ist für Nicht-Angehörige der US-Streitkräfte verbotenes Land. Schade: Dabei hätten besonders die schönen Gebirgslandschaften im Inselinneren sicher viel zu bieten. So müssen wir uns durchweg an der Küste halten, werden dafür aber mit spektakulären Ausblicken belohnt.


Cetti Bay




Stilechte Fortbewegungsmittel auf Guam




Kurz vor Talofofo Bay sehen wir plötzlich ein seltsames Schild am Straßenrand und reiben uns die Augen: "McKraut's Fastfood" steht da. Vieles hätten wir hier im idyllischen Südteil der Insel erwartet, aber sicher kein deutsches Fastfood-Restaurant!
Nun, wir werden zwar morgen Abend schon wieder in Deutschland sein, aber den Spaß wollen wir uns nicht entgehen lassen. In der Imbissstube ist leider niemand anzutreffen, doch über eine Art Babyfon können wir die Verkäuferin herbeirufen. Offensichtlich überrascht, zwei deutsche Kunden anzutreffen, erzählt sie uns, dass Lutz, ihr deutscher Mann, gleich hier sein wird. Es ist unglaublich! Nun sitzen wir also da zwischen Palmen unter einem "Holsten Bier"-Sonnenschirm und futtern eine deutsche Bratwurst (die eigentlich aus Kalifornien kommt). Haben wir nicht bis vorhin noch geglaubt, uns auf einer Insel inmitten des Pazifiks zu befinden?
Lutz verbirgt seine Identität offenbar nicht: In einem mit "Bitburger" -und "Holsten"-Aufklebern verzierten Auto kommt er angefahren. Das Nummernschild trägt den Namen "HANSA", das seines anderen Autos "MCKRAUT".
Die Imbissbude ist nur ein kleines Nebengeschäft. Eigentlich importiert er deutsches Bier und Wein nach Guam, seitdem er in den 70ern auf diese Insel gekommen ist. Das Geschäft läuft gut: In den Bars und Restaurants der Insel kann er reichlich davon absetzen. Das "McKraut's" ist eine neue Idee gewesen, doch leider kommen nur sehr wenige Leute in diesen entlegenen Teil der Insel, um deutsches Essen zu genießen. Wir werden überrascht sein, als wir ein halbes Jahr später wieder hier vorbeikommen...


Alles Bratwurst oder was?

Langsam, aber sicher, nähert sich unsere Reise dem Ende. Nachdem wir über den relativ flachen Norden der Insel gefahren sind - die Sonne ist bereits untergegangen- taucht vor uns die hell erleuchtete Tumon Bay auf. Ein letztes Mal noch werfen wir einen Blick auf die Weiten des "Stillen Ozeans"...


Tag 22:
Komplett um die Insel (Auto)


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