Der Feiertags-Taifun

Während die Storm Watch in fest verschlossenen Wohnungen über die Bildschirme läuft und dabei über Storm Shelter und Sicherheitsvorkehrungen informiert, fahren zwei verrückte Europäer über die leere Küstenstraße von Tamuning nach Hagat˝a. Mit dem Fahrrad...
Wir wissen gar nicht, was die alle haben! Der Taifun zieht 100 Meilen nördlich an Guam vorbei. Was bleibt, sind ein herrlich warmer Regen und ein "bisschen" Gegenwind. Alles halb so schlimm. Trotzdem hat der Gouverneur heute Morgen den "Status of Readiness" für Guam ausgerufen. Die Schulen sind geschlossen, die meisten Geschäfte und Behörden ebenfalls.

Auf dem Ozean überall weiße Schaumkronen. Aus dem Tauchgang wird wohl heute nichts. Dementsprechend leer ist es in der Tauchbasis. Die einzigen zwei Anwesenden sind den ganzen Tag alleine. Kunden gibt es heute sowieso keine - bei dem Wetter geht auch keiner mehr vor die Tür. Dementsprechend klappen ihre Kinnladen nach unten, als wir klatschnass vorfahren und, eine Wasserlache hinterlassend, durch die Tür kommen.
Dass wir heute nicht tauchen können, wollen wir ja noch verstehen. Aber warum zur Hölle, fragen wir "Habt ihr alle Geschäfte geschlossen? Wegen dem bisschen Wind?" Genau genommen ist er nicht viel schlimmer, als ein kleiner Sturm an der Nordsee. "Well..." gesteht man uns ein "wir haben dieses Jahr noch keinen Taifun gehabt."
"Wie? Ihr brauchtet also nur einen Grund für einen nationalen Feiertag?"
"Ähem... ja, so könnte man es sagen..."



Der Weg zurück nach Tamuning ist einfach nur herrlich. Wir werden mit dem Wind auf Geschwindigkeiten von über 50 km/h beschleunigt und haben die Straße für uns. Dumm sind nur die 20cm tiefen Pfützen, die selbst beim Radfahren Aquaplaning hervorrufen. Doch bei dem schön warmen Regen kommt man gar nicht ins Schwitzen, man wird durch und durch geduscht. Das perfekte Radfahrwetter eigentlich. Wir verstehen die Welt nicht mehr...


Tag 20:
Tamuning-Hagatna


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