Busan

Busan fasziniert. Die Stadt ist ganz anders als Seoul. Zwar nicht weniger hektisch, aber auf jeden Fall "südländischer", sofern man das bei Koreanern überhaupt sagen kann. Ein wenig Wehmut darüber, dass es morgen schon weiter nach Guam geht, kommt schon auf. So langsam habe ich mich an Korea gewöhnt und trotz der vielen Strapazen mag ich das Land - inzwischen sogar das Essen!




Die U-Bahn von Busan

Mit der U-Bahn fahren wir in den Stadtteil Haeundae, wo sich Koreas bekanntester Badestrand befindet. Der Lonely Planet schreibt: "It's a fun place for families and 500,000 of your closest friends." Aber warum fliegt man auch nach Korea, wenn man nicht den wahren Massentourismus kennen lernen will?
Angesichts dessen sind wir schon etwas enttäuscht, dass der Strand heute nicht mit 500.000 Menschen gefüllt ist. Trotzdem ist es an einigen Stellen im Wasser schon reichlich eng. Besonders deshalb, da man nicht weiter als bis zur Hüfte ins Wasser darf. Ich ernte erstaunte Blicke, als ich tatsächlich schwimme, anstatt wie die paar Tausend anderen Badegäste planschen gehe. Dabei muss ich tunlichst aufpassen, dass ich von keinem Strandwart zurück in das flache Wasser gepfiffen werde. Bei zwei Meter Wassertiefe könnte man schließlich ertrinken!
Die Sorge ist nicht unberechtigt: Fast alle Koreaner können nicht schwimmen! Schon während der Küstenetappen haben wir uns nicht schlecht über 50-jährige Männer gewundert, die wir mit Schwimmflügelchen ins Wasser gehen sahen...


Haeundae Beach

Gegen Abend treffen wir uns mit dem Niederländer Jan Boonstra und seiner koreanischen Frau beim Lotte Einkaufszentrum. Jan lebt schon seit 11 Jahren hier und betreibt eine sehr informative Webseite zum Radreisen (!) in Korea, der wir vor Reisebeginn einige sehr hilfreiche Informationen entnehmen konnten. Hin und wieder trifft er sich dann mit Leuten wie uns zu einem netten Abend - typisch unkompliziert holländisch eben. So viele Radreisende gibt es hier, trotz seiner tollen Webseite, nicht: Auf unserer gesamten Reise durch Korea haben wir, abgesehen von ein paar koreanischen Jugendlichen mit Rucksäcken, nicht einen einzigen Radreisenden getroffen. Und das, obwohl wir uns eine landschaftlich sehr attraktive Route ausgesucht haben.

Jan und seine Frau erzählen uns einige interessante Dinge vom Leben in Korea, und sie laden uns zum Essen ein. Danach schlendern wir noch ein wenig durch die Straßen und entdecken im Untergrund einer U-Bahn plötzlich ein großes Event: Scheinbar finden hier die Vorauswahlen zum koreanischen Pendant "Korea sucht den Superstar" statt. Genauer gesagt, es wird typisch quietschig-kitschige Musik gesungen und geträllert. Überall zückt man die Handys, um Fotos und Videos von den vermeintlichen Superstars zu machen.


Korea sucht den Superstar!

Während Andreas mit Jan plappert, fragt mich Jans Frau so nebenbei: "Wie findest du die koreanischen Frauen?". Lustige Frage: "Hmm... naja. Drücke ich es mal so aus: Immer wenn ich zurück in Deutschland bin, sehe ich um mich herum überall nur Kratzbürsten."
"So?", meint sie: "Immer wenn ich in Europa bin, freue ich mich über die ganzen hübschen, hoch gewachsenen Männer, so wie Jan. Die hier in Korea sind ja nicht auszuhalten."
Jan ist sicher nicht der einzige, den eine Frau nach Korea zieht: Da gibt es auch noch Florian, den wir im Guesthouse getroffen haben. Er ist wahnsinnig deprimiert, für die Auffrischung seines Visums für ein paar Tage nach Japan zu müssen. Die Japaner wären nationalistisch, sehr pingelig und die Frauen dort wären nur grauenvoll, sobald sie den Mund aufmachen (Er betreibt übrigens auch eine eigene Webseite zu Korea). Alles sehr individuelle Ansichten. :-)


Jan mit seiner Frau

Am späten Abend verabschieden wir uns von Jan und seiner Frau. Das Treffen war wirklich sehr nett und lustig. Was nun folgt, ist weniger lustig: Die dringend erforderliche Datensicherung unserer Digitalfotos in einem Internetcafe. So langsam beginne ich die Digitalfotografie schon ein wenig zu verdammen. Es ist mein erster Urlaub mit einer Digitalkamera und - mal abgesehen von den noch besseren Fotos - haben wir mit den Datensicherungen nur Probleme gehabt.
Auf dem Weg zum Internet-Café lassen wir noch ein wenig das Nachtleben auf uns wirken. Sehr nett anzusehen ist es jedenfalls...


Nachtleben in Busan

Tag 15:
Busan


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