Tipps und Informationen
zu Süd-Korea


Wie überall, befindet sich auch in Südkorea vieles im Wandel. Es kann sein, dass die ein oder andere hier verfasste Information demnächst nicht mehr gültig sein wird. Der Stand dieser Informationen bezieht sich auf 2005/2006.
Da ich nicht in Nordkorea gewesen bin, gehe ich hier nur auf die Grenzregion zu Nordkorea ein, nicht aber das Land selbst. Nordkorea wäre sicher ein eigenes Kapitel für sich.

Reiseführer

Deutschsprachige Reiseführer zu Korea sind so gut wie gar nicht vorhanden. Die großen Verleger von Individualreiseführern, Reise Know-How und Stefan Loose, bieten leider keine Korea-Reiseführer an.

Lonely Planet... (Amazon-Link)
...bietet den einzigen Individualreiseführer Koreas in einer "westlichen" Sprache (Englisch) an. Er bietet eine Fülle an Übernachtungsmöglichkeiten, begrenzt sich aber leider sehr stark auf die touristischen Highlights und die wenigen Städte Koreas, die für Rucksackseisende interessant sind. In Korea gibt es eigentlich überall Hotels (wenn auch zumeist "Liebeshotels", die aber auch von Normalreisenden benutzt werden können). Trotzdem kann es sein, dass man mit dem Fahrrad durch Gebiete kommt, wo der Lonely Planet in einem Radius von 50km, oder mehr, keine Übernachtungsmöglichkeit erwähnt.
Dieser Reiseführer ist ein nahezu unverzichtbares Mittel für die Reiseplanung, man sollte allerdings auch mal improvisieren können, falls darin zu einem bestimmten Ort nichts geschrieben steht.
Als praktisch einziger Reiseführer behandelt er auch Nordkorea recht ausführlich - allerdings ist der Individualreiseteil (bedingt durch das Verbot von Individualreisen in diesem Land) auf Null reduziert.

Sprachführer
Mehr unter "Sprachen".


Kartenmaterial

Radreisen noch vor Aufbruch bis ins kleinste Detail planen zu wollen - das könnte in Korea schwierig werden. Das beste Kartenmaterial bekommt man nämlich erst vor Ort.

Ministry of Culture & Tourism - Maps: Das Koreanische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt ist sehr hilfsbereit und bietet diese Karten kostenlos an. Sie decken jeweils eine Provinz des Landes ab. Alle Ortschaften sind in lateinischen Buchstaben geschrieben (deren Transkription sich aber nicht mit denen der Reiseführer decken muss!). Jede Karte ist ein Werk für sich, was heißt: Einige haben Höhenlinien, andere wieder nicht, usw.

Koreanische Landkarten: Wenn man in Seoul an der Metrostation "City Hall" aussteigt und von dort der Hauptstraße Daepyeongno nach Norden folgt, findet man irgendwann rechts in der Nähe der Station Gwanghwamun ein unterirdisch gelegenes Einkaufszentrum mit einem riesigen Bookstore. Hier findet man eine riesige Auswahl koreanischer (!) Landkarten. Während lateinische Landkarten kaum höhere Auflösungen, als 1:300.000 bieten, bekommt man hier ganze Korea-Atlanten in der Auflösung 1:75.000, oder gar 1:50.000 für etwa umgerechnet 20-40 EUR.
Wir sind mit einem 1:75.000-Atlas sehr gut gefahren. Die einzigen lateinischen Buchstaben auf dem Cover, an dem er sich erkennen lässt, sind: "WGS-84" und "Map4u". Die benötigten Seiten haben wir immer herausgerissen, so dass wir den schweren Atlas während der Fahrt in den Fahrradtaschen lassen konnten.


Straßenzustand/Verkehr

Verkehr/Autofahrer:
Während unserer Radtour durch Korea sind wir zu der Ansicht gelangt, dass die Koreaner die rücksichtsvollsten Autofahrer sind, die wir kennen. Radfahrer in einem weit ausgeholten Bogen überholt, auch wenn man dabei die Gefahr eingeht, mit dem entgegenkommenden Verkehr zusammenzustoßen. Dann muss der halt abbremsen - Hauptsache, der Radfahrer hat es bequem und ist frei von Gefahr. So zumindest war unser Eindruck von vielen Autofahrern in diesem Land. Selbst auf großen Autobahn-ähnlichen Schnellstraßen, oder gar mitten in Seoul, kann man problemlos Radeln, ohne bösartig angehupt zu werden. Trotzdem sollte man auf Schnellstraßen und im dichten Stadtverkehr natürlich immer ein gesundes Maß an Aufmerksamkeit an den Tag legen.
Weitere Informationen zum Verkehrsgeschehen in Korea... ;-)
Kamelopedia: Straßenverkehr in Korea

Straßenzustand/Radwege:
Radwege außerhalb von Städten sind in Korea praktisch nicht existent. Der einzige Fernradweg, den man als solchen bezeichnen könnte, ist der Flussradweg in Seoul, der sich allerdings nur bis an die Stadtgrenzen dieser riesigen Stadt erstreckt. Problem: Die Zufahrten dorthin sind extrem spärlich gesät.
Überall in Korea werden ständig neue Umgehungsstraßen und Autobahnen gebaut, so dass die Landstraßen entlastet werden. Sollte man trotzdem mal nicht um eine Schnellstraße herumkommen, gibt es zumeist einen breiten Seitenstreifen (Vorsicht: Scherben!), der einem das Radeln ermöglicht.
Für Radfahrer benutzbare Forst- und Feldwege gibt es - wie in den meisten Ländern außerhalb Deutschlands - leider nicht.

Ausschilderung:
Fast alles ist inzwischen auch in englisch, bzw. mit lateinischen Buchstaben, parallel zum Koreanischen ausgeschildert. Die Verkehrsschilder sind denen in Europa sehr ähnlich.


Fahrradtransport in öffentlichen Verkehrsmitteln

Flugzeug:
Mit Korean Air gab es auf internationalen Strecken keine Probleme. Das Rad wurde im Voraus per Fax angemeldet, der Transport als Gepäckstück im Flugzeug war kostenlos (!). Verpackt werden musste nichts, die Demontage der Pedale und das Herumdrehen des Lenkers reicht.
Auf innerkoreanischen Strecken kann es schon schwieriger werden. Koreaner sind sehr genau, und das Fahrrad nicht durch das X-Ray eines Provinzflughafens passt (kein normales Fahrrad würde dadurch passen!), kann es zu Problemen kommen (siehe Abreise aus Busan im Reisebericht).

Überlandbusse:
Man muss vorher versuchen, den Leuten verständlich zu machen, dass man ein Rad mitnehmen möchte. Manche Busfahrer regen sich zwar über das Übergepäck auf, aber sofern man ein bisschen hartnäckig bleibt und nur Englisch spricht (wir haben keinen Busfahrer getroffen, der das konnte), geben sie schließlich auf und nehmen das Fahrrad mit. Wir haben das Fahrrad insgesamt 3x in Bussen mitgenommen: Flughafenbus nach Seoul, Überlandbus von Seoul nach Gangchon und von Yangyang nach Samcheok.

Bahn:
Haben wir keine Erfahrungen mit gemacht. Der KTX (TGV-Import aus Frankreich) nimmt keine Fahrräder mit. Regionalzüge nehmen angeblich Fahrräder mit.

Metro/S-Bahnen:
Wie in vielen asiatischen Metropolen, muss man bei der Fahrkartenkontrolle durch eine enge Schleuse gehen, die die Mitnahme von einem bepackten Rad nahezu unmöglich macht. In Seoul haben wir von Radfahrern erfahren, dass sie ihr leichtes Mountainbike einfach über die Absperrung heben. Fahrkarten für Fahrräder gibt es weder in Seoul, noch Busan. Es wird auch nicht danach gefragt.
In Busan waren Bahn-Mitarbeiter so freundlich, uns ohne vorherige Anfrage ein großes Tor zu öffnen mit dem wir an den Schleusen vorbeikamen. In der Innenstadt kann man in den unterirdischen Stationen den größten Teil der Treppen mit frei verwendbaren Behinderten-Fahrstühlen umgehen.


Grenze zu Nordkorea (DMZ)

Einen beeindruckenden Besuch dieses immer noch bestehenden Überbleibsels aus dem Kalten Krieg sollte man sich nichts entgehen lassen. Auszug aus dem Bericht der ZEIT 3/2006 - Bericht: Die Korea-Connection
[...] Sie hat schon mehr als 50 Jahre Verspätung, die Vereinigung. Der Koreakrieg, der von 1950 an drei Millionen Menschenleben forderte, ist offiziell noch gar nicht zu Ende. Es gibt keinen Friedensvertrag, nur den Waffenstillstand von 1953, der das Land längs des 38. Breitengrads geteilt hat. Der unverheilte Schnitt durch die koreanische Halbinsel ist vier Kilometer breit und 238 Kilometer lang. Die so genannte demilitarisierte Zone (DMZ) stand lange in trauriger Konkurrenz mit der Berliner Mauer. Ihr Name trügt. Statt demilitarisiert ist sie mit Panzersperren und Minen gespickt. Gleich hinter ihr stehen 1,1 Millionen nordkoreanische Soldaten und 650 000 Mann südkoreanischer Truppen einander gegenüber, dazu 6000 US-Soldaten (von insgesamt 30 000 im Süden stationierten Amerikanern). [...] Wer es sehen will, muss eine Erklärung unterschreiben, die ihn verpflichtet, "sich kein Zeichen, keinen Ausdruck und keine Gesten zu erlauben, die der nordkoreanischen Seite als Propagandamaterial gegen das UN-Kommando dienen könnten. [...]
Die Grenze kann von Seoul aus mit verschiedenen Veranstaltern auf einer Tagestour besucht werden. Dabei beschränken sich die meisten Veranstalter allerdings auf täglich nur eine Attraktion, entweder einen der nordkoreanischen Invasionstunnel oder Panmunjom, wobei Panmunjom sicher das interessanteste Ziel an der Grenze ist. Nirgendwo sonst stehen sich beide Seiten so nah gegenüber.
Als vermutlich einziger Veranstalter bietet die USO den Besuch eines Tunnels und Panmunjoms an einem Tag an. Eigentlich ist die USO für die Betreuung von US-Soldaten und deren Angehörigen zuständig, aber solange man nicht gerade Kubaner oder Nordkoreaner ist, kann man sich für deren Tour auch anmelden. Die Tour startet am US-Camp Kim direkt in Seoul. Link: http://www.uso.org/korea/

Über folgende Links erfährt man weiteres zur DMZ:
http://german.tour2korea.com/
www.panmunjomtour.com

Mehr zum Besuch der DMZ findest du im Reisebericht unter:
Tag 4 - Grenzgänger.


Sprache

Die Sprache stellt sicher die größte Hürde auf einer Korea-Reise dar. Denn: Die wenigsten Koreaner sprechen Englisch! Doch: Mit einem Blatt Papier geht zumeist schon mehr, da nahezu jeder Koreaner Englisch schreiben und lesen kann! Nun, alle Klarheiten beseitigt? Das rührt daher, dass sich in den koreanischen Schulen das Lernen der englischen Sprache nahezu nur auf den Text, nicht aber die Aussprache, konzentriert. Es wird also als eine Art "Tote Sprache", wie bei uns Latein, erlernt.
Hinzu kommt, dass, mal von den Straßenschildern abgesehen, überall koreanische Buchstaben verwendet werden. Wenn man schon nicht die Zeit hat, sich mit der koreanischen Sprache auseinander zu setzen, muss man zumindest vor der Reise das koreanische Alphabet gelernt haben. Andernfalls kann man nicht einmal Hotels oder andere Einrichtungen als solche erkennen. Auch ganz banale Dinge, wie Bustickets oder Quittungen aus Geldautomaten, sind zumeist nur in Koreanisch. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Denn: Das Koreanische Alphabet besteht aus nicht einmal 30 Buchstaben - ist also kaum komplizierter als das lateinische Alphabet. Eine sehr leicht verständliche und kostenlose Einweisung in das koreanische Alphabet gibt es hier: http://langintro.com/kintro/
Des Weiteren bietet eine internationale Google-Suche nach "Learn Korean" eine Fülle an weiteren Seiten, auf denen man (Englischkenntnisse vorausgesetzt) ein wenig Koreanisch lernen kann.
Auf der Reise sollte man immer ein kleines Koreanisch-Büchlein dabei haben. Wir haben mit dem Reise Know-How, Koreanisch Wort für Wort (Amazon-Link) ganz gute Erfahrungen gemacht. Besonders nützlich ist das ausklappbare Cover mit den koreanischen Buchstaben und deren Aussprache.


Telefonieren/Internet

Telefonieren:
Kaum am Flughafen Seoul-Incheon glaubt man sich in einem Hightech-Land wieder zu finden. Überall gibt es öffentliche Telefone, noch dazu mit Bildübertragung! Doch zu früh gefreut! Sich von Korea aus bei den Lieben zu Hause zu melden, kann schwierig werden...
Telefonate ins Ausland können zu einer echten Nervenprobe ausarten. Hat man endlich mal einen der Apparate mit der Aufschrift "Overseas Call" gefunden, wird man zumeist kurz nach Eintippen der Auslandvorwahl von einer netten Frauenstimme begrüßt, die einem (manchmal sogar auf Englisch) mitteilt, dass dieses Telefon nicht für internationale Gespräche geeignet sei. Oft passiert auch einfach gar nichts...

Handys
Nun mag man sich natürlich denken: "Nehme ich doch einfach mein eigenes Handy mit dem tollen Roaming-Vertrag mit. Damit hat das schon überall funktioniert". Mag sein... aber nicht in Korea.
Denn: Korea und Japan haben ein spezielles Netz, welches zwar schnelle Bildtelefonie und andere tolle Finessen ermöglicht, aber selbst Quattroband-Handys aus dem Ausland unbrauchbar macht. Am Flughafen kann man deshalb spezielle Handys für recht viel Geld mieten. Sich ein koreanisches Handy zu kaufen macht wenig Sinn, da sie keine SIM-Karten kennen, und von daher die eigene Karte nicht verwendet werden kann. Koreanische Handys müssen zusammen mit einem koreanischen Netzbetreiber gekauft werden.

Internet:
Bleibt also nur eine verlässliche Möglichkeit, sich mit den Daheimgebliebenen in Verbindung zu halten: Das Internet. In fast allen Städten findet man einen oder mehrere sogenannte "PC Bangs". Das sind dunkle Spielhöllen für die koreanische Jugend, die aber auch für günstiges Surfen (etwa 3 EUR/Stunde) verwendet werden können. Diese Internet-Cafés sind eine Welt für sich. In kaum einem anderen Land gibt es so viele leidenschaftliche Computerspieler, wie in Korea. Hier wurden in den vergangenen Jahren bereits Weltmeisterschaften in Shooting- und Strategiespielen ausgetragen. Vor kurzem soll dabei mal jemand verhungert sein...


Geld

In Südkorea gilt der Koreanische Won, dessen Umrechnungskurs sich zumeist nahe am US-Dollar orientiert. 1000 WON entsprechen zumeist 1 USD. Die Preise in Korea sind in etwa mit denen des spanischen Festlands zu vergleichen, liegen also bei etwa 80% des deutschen Preisniveaus. Korea ist also eine preisgünstige Alternative für Fernost-Fans, denen Japan zu teuer ist.
Allerdings gilt bei EC-Automaten wieder: Ein so hoch technisiertes Land, wie Südkorea, bietet eine extrem schlechte Anbindung an die Außenwelt und macht es den wenigen internationalen Touristen somit sehr schwer. Außerhalb großer Städte, wie Seoul und Busan bekommt man Probleme. In den Städten bekommt man in der Regel an sämtlichen Automaten per EC-Karte Geld, wenn sie das Maestro-Symbol aufweisen.
Es hat zwar jedes Dorf eine Bank, aber mit EC-Karten kommt man hier nicht weit. Eine gute Alternative wäre theoretisch eine Visa-Karte, da die, nach den Aufklebern zu urteilen, auch in jeder Dorfbank akzeptiert werden. Doch weit gefehlt! Denn: Koreanische Visa-Karten sind zumeist auch gleichzeitig eine EC-Karte. Somit haben es sich die Banken bequem gemacht und unterstützen nur noch die koreanische EC-Funktion, auch wenn sie behaupten, eine Visa würde funktionieren. Bevor der erste ausländische Tourist mit einer Visa kommt, fällt es einfach niemandem auf.
So ergibt sich eine kuriose Situation: Man kann fast in jedem Tante Emma-Laden mit Visa bezahlen, bei den Banken landet man aber auf dem Trockenen. Man sollte sich also in den Städten immer mit reichlich Bargeld per EC-Karte eindecken.
MasterCard und American Express werden nur recht selten akzeptiert.


Weitere Informationen...
Wetter: www.wetteronline.de
Einreise: www.auswaertiges-amt.de
Aktuelle Wechselkurse: www.oanda.com
Flugplanung:


www.opodo.de
www.koreanair.com
www.fly.de
Korea allgemein:


www.tour2korea.com
www.nuku.de (Erfahrungsberichte zu Korea)
Jan Boonstra (Radfahren in Korea)
Info Guam